Si(y)lvestermarathon

Schon Tage vor dem Lauf war klar .. das wird ein emotional extrem dickes Brett. Ursprünglich mit Sonja geplant.. nun ist sie zunächst absehbar aus gesundheitlichen Gründen wohl nicht am Start. Andere kamen dazu .. schwerwiegendere im Nachhinein. Auch das erzähle ich woanders .. Hier geht es um die Gefühle die der Sport ermöglicht. Somit wurde dieser Lauf etwas ganz besonderes …

Am Vorabend hatte ich eigentlich bereits entschieden nicht anzutreten und habe mich mit Musik und anderen Dingen abgelenkt und die Zeit mehr oder minder sinnvoll verbracht. Ich habe recht früh geschlafen und bin entsprechend früh wach geworden und hatte so überhaupt keine Meinung zu laufen.
Da ich hoffte auf nette Menschen zu treffen habe ich mich dann doch aufgerafft und bin ins Auto gestiegen um zum Start an der Lesum zu fahren.

Es war kalt und ungemütlich aber es schien ein freundlicher Sonnenvormittag zu werden. Ich stellte mein Auto nur wenige Meter vom Start ab und habe noch ein wenig im Auto gesessen und sinniert. Bei der Ausgabe der Startunterlagen wie immer eine freundliche Atmosphäre bei Olaf´s Läufen. Daher komme ich hier so gerne hin.
Offenbar strahlte ich nicht die beste und grösste Motivation aus denn erst Olaf und später Toni stellten fest dass ich ja so bocklos und maulig aussehen würde wie selten. So war das auch. Kurz erwähnt dass es private Probleme sind und wieder zurück ins Auto weil es kalt wurde beim rumstehen. Dort war ich denn kurz davor wieder loszufahren. Nur die Startnummer hielt mich ab .. die hätte ich wieder abgeben müssen…

Wie schön ! Ausser meine Laune 😉

Am Start dann gute Laune unter den Teilnehmern .. mir sieht man die nicht so an .. hatte auch wirklich keine… nun ja .. die Idee war ein paar Meter zu machen und da es ein Rundkurs auf ca. 8 km war nach jeder Runde neu zu entscheiden. Ich konnte mir noch nicht mal im Vorfeld eine Pace vornehmen .. also gucken was passiert.

Auf den ersten Metern fand ich mich dann neben Toni wieder der offensichtlich eine Läuferin begleitete die ich noch nicht kannte. Es handelte sich um Nicola aus Ostfriesland. Die beiden waren gemütlich unterwegs und es fühlt sich gut an so langsam mitzutrotteln .. zunächst bin ich wortlos mit den beiden eher etwas im Hintergrund mitgelaufen .. es entwickelte sich jedoch recht schnell ein munteres Gespräch unter uns Dreien bei dem es zunächst um alles ging was so aus läuferischen Sicht interessant sein könnte… Ziele .. geplante und gewesene Läufe und Eindrücke daraus. Toni hat ja immer viele schöne Geschichten und Hintergründe zu erzählen. Mitunter kann man da nur staunen und bewundernd zustimmen.

Am VP ..

Nach der 2. Runde entschied ich dann mich noch eine weitere Runde dranzuhängen. Insgesamt würden 5 Runden für den Marathon reichen und ich wollte herausfinden wie es sich anfühlt mehr wie die Hälfte „im Sack“ zu haben. Nicola hatte wohl einen ähnlichen Gedanken denn sie wollte eigentlich nach der 2. Runde raus – sie war am Vortag bereits Marathon zu einem Geburtstag im Umfeld zu Olafs Familie gelaufen – ließ sich aber von uns und den tollen Gesprächen animieren weiter zu machen. Ich erzählte dann meine Geschichte von dem schon eigentlich beschlossenen Abbruch nach 2 Runden von mir und erwähnte dass ich nur wegen der tollen Gemeinschaft noch dabei bin.
Die Sonne schien mittlerweile und es kam ein bisschen Wind auf.. So dass es sowohl Wärme als auch Kälte ein ständiger Begleiter war.

Unsere Gespräche wurden mittlerweile immer privater und persönlicher. Auch über vergangene Verfehlungen von uns bekannten Läufern sowie über eigene Missgeschicke wurde offen geredet. Auch Dinge aus dem normalen Leben wurden thematisiert. Erstaunlich bei einer so unterschiedlich ausgerichteten Dreier Kombo.. Philosophische Weltbetrachtungen und Bewertungen von evolutionären Hintergründen der menschlichen Entwicklung waren dann zum Schluss das Highlight. Danke Ihr Beiden !

Toni ist fit — und sicher nicht schwanger .. 😉

Meine Laune wurde zusehends Runde um Runde besser und so kam es auf der Schlussrunde sogar zur Idee einen Ultra vollzumachen weil sowohl meine als auch Tonis Uhr anzeigten dass es wohl mindestens 43,5 km werden würden.

Darauf haben wir dann verzichtet … wäre wohl auch vermessen gewesen. 
Anschließend hab es dann noch einige lustige Dinge zu erzählen und auch ein paar tiefere Worte wurden gesprochen. Nicola .. Du hast einen Platz in meinem Herzchen gefunden..  Toni ist da schon lang drin ..

Als Anekdote zu der am Abend folgenden eher schmerzhaften Silvesterparty sei folgende Whattsapp Konversation aus meinem Gedächtnisprotokoll am 
01.01.2020 ab 03:12 Uhr oder so .. erzählt ..

Jenny: Hey .. frohes neues .. laufen wir gleich ?
Ich: Jenny .. es ist Silvester… ich hab einen sitzen und ich bin gestern Marathon gelaufen.
Jenny. Hab ich gesehen .. voll langsam ! .. also ..
Ich : ok .. wann und was dachtest Du ?
Jenny : 10:30 .. mal gucken was geht..
Ich: OK .. Puh .. mal sehen ..
Jenny: Also bin ich um 10:30 bei Dir ..
Ich .. Alles klar..

Es wurde dann doch 11:30 … aber wir sind ab hier nen Halben in einer 5er Pace gelaufen und Jenny hatte insgesamt 23 .. Irre alles .. Frohes neues Jahr !

Um ehrlich zu sein .. es rumpelte schon im Magen ..

Ach .. ich weiß dass man Silvester ohne (Y) schreibt .. Olaf zieht das aber durch .. Top !

Ohne Worte .. dieses Mal andersrum ..

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