Schlossparktriathleten – Sprinttri in Hamburg

Früher habe ich ja dann und wann bei den Schlossparkkickern in Etelsen in der Ü40 Mannschaft mitgespielt und trainiert. Nach einem Bänderriss habe ich jedoch die Fussballschuhe an den Nagel gehängt um unregelmäßig zum Lauftraining der Jungs zu erscheinen. Eines Tages schrieb Gordon Ruhnau – seines Zeichens Altliga Fussballer und Stadionsprecher im Schlossparkstadion des TSV Etelsen ganz unvermittelt in der Ü40 Whattsapp Laufgruppe folgenden Beitrag:

Damit fing alles an..

Puh .. liebäugele ich doch seit einiger Zeit damit mal ein Multisport Event zu bestreiten. Gleichzeitig fremdele ich damit weil mir das Freiwasser Schwimmen so gar nicht zusagt. Im Schwimmbad ist alles gut aber da draußen ist es mir zu unbeständig was die Bedingungen angeht. Egal .. Funfactor mit den anderen Jungs ist garantiert also zugesagt !

Wir sind zu 5. aus der Elfer Truppe bereits am Freitag angereist um gemütlich das Event angehen zu lassen. 2 Wochen vor dem Event herrschten Temperaturen jenseits der 30 Grad so dass viele ein Neo Verbot oder sogar Blaualgen fürchteten. Am Anreisetag dann schmale 17 Grad… Wassertemperatur 19,5 Grad. Nachmittags erledigten wir den Gang über die Expo samt einsammeln der Startunterlagen um dann Abends die Lagebesprechung in den Alster Arkaden zum gemütlichen Bier und Fish & Chips einzuläuten zwecks diese an der Hotelbar mitsamt dem Abend ausklingen lassen.

Morgens dann gemütlich mit den Rädern zum Check-In aufgebrochen um dort die anderen 6 zu treffen. Wir hatten unser Hotel fußläufig gewählt was das ganze sehr angenehm gestaltete. Es nieselte leicht bei knapp 15 Grad was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat.. Zunächst ging es darum sämtliches Equipment der Kollegen zu vervollständigen. So wurden Brillen, Startnummernbänder und andere Dinge bzw. Utensilien ausgetauscht. Als das alles erledigt war sind wir gemeinsam durch den Check-In um das ganze Zeugs in der Wechselzone Bereit zu legen.
In der Wechselzone war schon jede Menge los da ja bereits seit 08:00 Uhr die ersten Blöcke im kurzen Takt gestartet wurden. Wir waren zusammen um 10:52 dran. Also fast zum Schluss. Insgesamt waren mehr als 5000 Starter auf den Strecken der Sprintdistanz unterwegs.

Da wusste noch keiner etwas vom Schlosspark Tri Team

Kurz vor dem verlassen der Wechselzone ist mir dann noch Benjamin über den Weg gelaufen der mir noch ein paar Tips zum Feeling im Wasser und zum Zustand der Radstrecke gegeben hat. Daraus resultierend kam dann doch ungeplant der Neo zum Einsatz. Die Radstrecke wäre schnell aber es ist wichtig auf die Streifen zu achten da sie sehr rutschig sind. Auch das habe ich verinnerlicht und auch später bei einer Unaufmerksamkeit nochmals stärker berücksichtigt.

Am Start kamen dann so Fragen auf die man sich beim Laufen nicht stellen muss. Wann geht es ins Wasser bei der Kälte ? Eher spät um nicht auszukühlen oder früher um sich für ein wohleres Gefühl einzuschwimmen ? Kurzum .. knapp 4 Minuten vor dem Start per Hechtsprung hinein .. die Kälte ein kleiner Schock. Schlimmer aber der lockere Transponder am linken Bein der gefühlt jeden Moment abrutschen kann. Also wieder raus und das Ding ordentlich befestigen. Direkt wieder zurück in die kalte dunkle Plörre und ein paar Züge zum eingewöhnen und kurz darauf erfolgte der Start.
Weit links zur ersten Boje hatte ich direkt einige Schwimmer vor mir und kam auch nicht daran vorbei. Einige schwammen so langsam dass ich den Stil wechselte um nicht aufzulaufen oder gar Füsse in das Gesicht zu bekommen. Richtig besser wurde das die ganze Zeit nicht. Nach der 2. Boje konnte ich dann einige Plätze aufholen bis es in Richtung der Brücke ging die zu durchschwimmen war. Es konnte jedoch nur durch einen Bogen geschwommen werden so dass es sehr eng wurde und die Dynamik komplett einschlief. Es war dort auch sehr Dunkel womit einige überhaupt nicht zurecht kamen. Sie hangelten sich an angebrachten Seilen an den Wänden bis zum Ausgang. Ein paar Meter noch bis zum Ausstieg, der war nach knapp 11 Minuten erreicht, die Badekappe und die Brille ab, den Verschluss des Neo rausgezuppelt und zum ausziehen vorbereitet. Deutliches Verbesserungspotential insgesamt was die reine Schwimmzeit und den Weg zum Rad betrifft.

Kalt und gebeutelt

Beim Rad angekommen einfach nur den Neo in die Kiste, Startnummer drum, Helm und Brille auf und Schuhe anziehen da ich für dieses Mal doch auf das präparieren der Schuhe am Rad verzichtet habe. Man muss ja langsam die Routine verfeinern. Auch hier ist noch viel Luft nach oben.
Beim fahren an den Landungsbrücken und der Reeperbahn wurde ich dann nur 3x überholt was mir den Glauben an eine schnelle Radzeit vermittelte.
Ich hatte nämlich keine Daten weil ich meine Uhr falsch eingestellt habe vor dem Schwimmen. Auch da fehlt noch die Routine. Es ging auf eine Schleife die 2x zu durchfahren war. 2 Spitzkehren und die Nässe waren die Dinge auf die es zu achten galt.

Liegeposition üben !

In der 2. Runde dann die Steigung hinauf zur Reeperbahn habe ich auch etwas sorglos in die Pedale getreten und nicht darauf geachtet dass mein Hinterrad auf der Fahrbahnmarkierung kaum Grip hatte und somit gehörig wegrutschte was ich zwar auffangen konnte ab natürlich total die Linie verlor. Auf dem Weg in die Bande musste ich eine Vollbremsung machen. Das war natürlich blöd aber es ist zum Glück nichts weiteres passiert. Wieder in der Wechselzone angekommen wurde ich angehalten da ich fälschlicherweise bereits den Helm geöffnet habe. Danach habe ich mich dann auch noch an den falschen Platz gestellt was alles Zeit kostete. Knapp 35 Minuten für die 20km. Kann ich nicht einordnen zur Zeit. Weit vor mir sah ich Heiner in Richtung Laufstrecke laufen. Enormes Verbesserungspotential für diesen Teil des Wettkampfes !!

Helm und Brille weg – die Radschuhe aus um in die Laufschuhe zu wechseln. Die waren dummerweise komplett durchnässt. So dass die Füsse immer wieder die Einlage nach vorne schoben. Irre lang hat es gedauert das zu beheben. Im Augenwinkel sah ich Heiner bereits auf der Laufstrecke. Ich war vor ihm aus dem Wasser und überholt hat er mich nicht mit dem Rad .. wie geht das ? Egal.. Beine in die Hand und auf zur Verfolgung. Die Laufstrecke war recht eng und aus meiner Sicht auch nicht sehr attraktiv.

Dem Heiner auf der Spur ..

Immer wieder wurde es eng beim überholen und wenn dann auch noch jemand entgegen kam war es teilweise nötig abzubremsen. So kam nicht richtig ein gegroove auf und da ich ja die Uhr falsch gestartet habe hatte ich auch keine Pace. Das störte mich zunehmends da ich nicht recht wusste ob ich noch was drauflegen sollte. Mein Körpergefühl kann ich nicht einschätzen da ich ja sonst nicht vorher schwimme und Rad fahre. Kontrollierte Offensive und gucken nirgends ungünstig aufzulaufen war nun meine Devise. Bald konnte ich auch Heiner in der Ferne sehen. Dass er so weit weg war hatte ich nun doch nicht erwartet. Langsam kam ich nur näher so kam es mir zumindest vor. Aber ich hatte dadurch ein Ziel was das ganze etwas erleichterte. Auf einem Begegnungsstück feuerte er mich sogar noch an ordentlich Gas zu geben. Das ist Teamgeist ! Etwa einen Kilometer vor dem Ziel habe ich Ihn dann ein- und auch überholt. Noch ein paar Kurven und Kanten und das Ziel dieses Events war erreicht. Zu erwähnen ist noch das die Veranstalter sich die Strecke abdeckenden Duschen einen Kilometer vor Schluss bei den Temperaturen auch hätten schenken können.
Meine Laufzeit 0:23:28. Auch hier ist noch was drin.

1:20:42 das Gesamtergebnis

Alles in allem eine wertvolle Erfahrung und dieses Mal auch die Lust auf weitere Veranstaltungen dieser Art. Die Wechsel waren mit jeweils 5 Minuten eine reine Katastrophe und dort ist sicher die schnellste Optimierung zu suchen. Ordentlich schwimmen und radeln neben dem Marathontraining sollte auch den gewünschten Erfolg bringen. Das schönste an der Sache war jedoch dass die Etelser Jungs auch dabei bleiben wollen und zusammen das Schlosspark Tri-Team bilden wollen.

Na wenn das mal kein Erfolg ist.
Nächstes Jahr wollen wir alle wiederkommen. Dann aber die olympische Version und sicher nicht wieder im Steigenberger Hotel 😉

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