Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen… 100 Jahre Bauhaus Marathon

So lautet ein Zitat des wohl berühmtesten Weimarer Bürgers Johann Wolfgang von Goethe.
Hier in Weimar wird in diesem Jahr das 100 Jahre Bauhaus Jubiläum gefeiert. Das Staatliche Bauhaus, inzwischen meist nur Bauhaus, wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet. Nach Art und Konzeption war es damals etwas völlig Neues, da das Bauhaus eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk darstellte. Das historische Bauhaus stellt heute die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs im 20. Jahrhundert dar. Das Bauhaus bestand von 1919 bis 1933 und gilt heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst und Architektur. Die Resonanz des Bauhauses hält bis heute an und prägt wesentlich das Bild modernistischer Strömungen.

visualisiertes Bauhaus Motto

Zu diesem Jubiläum gab es vom Veranstalter die Idee Kultur und Sport in einer Art und Weise zu verbinden die es zuvor so nicht gegeben hat. Ein Marathonlauf mit sogenannten „Kulturauszeiten“ auf der Strecke. So gab es an 9 verschiedenen Punkten die Möglichkeit aus dem Lauf temporär auszusteigen und sich verschiedene Kombinationen aus Kunst und Kultur anzusehen bzw. zu hören oder sogar mit zu machen. Die Besonderheit hierbei: Im Zugang zu diesen „Kulturauszeiten“ wurde es durch Zeitnahme Matten ermöglicht die Zeitnahme anzuhalten und somit ein „normales“ Ergebnis zu erreichen. Es gab Kirchen und dem Bauhaus besonders nahe stehende Gebäude zu sehen in denen verschiedene Darbietungen präsentiert wurden.

Warum genau ich mich für den Lauf angemeldet habe weiß ich ehrlich gesagt nicht ganz genau. Sport ist Sport und Kultur ist Kultur und jedes hat seinen Platz aber das Mischen der verschiedenen Eindrücke blieb mir bis zum Start fremd.
Ungewöhnlich kostenintensiv war dieser Lauf auch. Aber dazu später.
So machte sich also am frühen Sonnabend Morgen eine nicht ganz überzeugte kleine Reisegruppe auf den Weg um den Weg Richtung Weimar einzuschlagen. Dort angekommen wurde dann der noch fehlende 2. Startplatz für eine tatsächlich 3-stellige Summe nachgelöst, eine ausgiebige Runde durch die wirklich schöne und gemütliche Stadt Weimar wurde mit anschließendem Bierchen in der Sonne auf dem Marktplatz beendet um dann weiter in ein schnuckeliges Hotel etwas außerhalb zu fahren. Den ursprünglichen Plan am Folgetag zum Wettkampf zu radeln haben wir bereits in Bremen aufgrund der üblen Wettervorhersage verworfen.

Am Morgen dann das befürchtet kalte und nasse Wetter. Anders als vor 2 Wochen zum PUM waren die Temperaturen aber so kniffelig dass nicht klar war ob über den Verlauf des Rennens „Kurz/Kurz“ die beste Wahl ist. Also ein paar Alternativen in den Rucksack ( Starterbeutel gab es leider nicht ) gepackt und auf dem Weg in Richtung Start. Es war möglich ganz in der Nähe des Starts im Parkhaus zu parken – was die Anreise und spätere Abreise sehr angenehm erleichterte. Kurz vor knapp noch eben ein schnelles Hallo mit Dana und wieder in die Wärme zur Utensilienabgabe.

Zum Start fiel ein bisschen Wasser vom Himmel und die ersten km war es ordentlich feucht auf den Strassen und Wegen. Ich hatte mich nicht so recht mit der Streckenführung beschäftigt und ehrlicherweise einen schnöden Strassenmarathon erwartet. Zunächst ging es auch über normale Strassen – später dann über matschige besonders enge Feldwege wo man jeden Schritt besonders sorgfältig setzen musste um nicht wegzurutschen oder einen nassen Fuss zu bekommen. Da rächte sich meine Schuhwahl.
Die Profilierung der Strecke war auch anspruchsvoller wie erwartet – Leider ist mir das auch im Vorfeld durchgegangen so dass wir ein fatal unpassendes Tempo für die erste Schleife außerhalb der Stadt angeschlagen haben.

Höhenprofil

Gemeinsam mit den Halbmarathonis durchliefen wir den Zielbereich auf dem Platz der Demokratie. Wir durften aber noch ein bisschen weiter auf die zweite Schleife aus der Stadt raus. Diese führte uns zunächst schön flach und smoothie über herrliche Wege mit tollen Aussichten. Kurz vor einer weiteren Kulturauszeit und einem VP denn der Hinweis von den Streckenposten: „Noch ein paar Höhenmeter“. Die folgende Steigung hat uns spontan veranlasst bzw. ermutigt PUM Regeln anzuwenden. Jetzt wurde es auch durch die zwischendurch durch die Wolken blinzelnde Sonne merkbar wärmer und mit der Verbindung der Feuchtigkeit auch echt knuffig. Die dann folgenden Abschnitte verlangten uns und den anderen Läufern einiges ab. „PUM Regel Anwender“ gab es nun dauerhaft zu sehen.

Streckenbeschreibung

Jetzt mehr durch Wälder und weiterhin mit kräftigen Steigungen und etwas schnelleren Bergab Passagen kamen wir später wieder am Musikgymnasium Belvedere vorbei. Im Laufe der Strecke sind wir bereits an der Bauhaus Universität, dem Goethe-Schiller Denkmal und deren Wohnhäuser, Goethes Gartenhaus, dem Beethovenplatz, am römischen Haus sowie dem von Franz Liszt vorbei gelaufen.
Neben der beeindruckenden Landschaft wahre Highlights.

Wieder auf der Schlußschleife in der Stadt, mit einer nochmals langen Steigung, angekommen haben wir uns eine kleine Pace Delle genehmigt um die letzten 2 km mit dem nötigen Elan unter die Schuhe zu nehmen. Der tolle Zieleinlauf mit tollen Zuschauern – übrigens auf der ganzen Strecke – wurde von den Leistungen des Veranstalters im Zielbereich doch stark getrübt. Kaum Versorgung und riesige Schlangen am einzigen Bierstand der sowohl die Läufer als auch die Zuschauer versorgen sollte. Gegen einen Coupon gab es dann ein Bier. Allerdings sollte man Pfand hinterlegen. Klar .. hat man ja auch immer Kleingeld bei einem Marathon dabei und vor allem große Lust nach dem Genuss der warmen Plörre auch noch eine lange kalte Zeit in einer Menschenschlange zu verbringen um seinen Euro Pfand zurück zu holen. Gepaart mit den schmalen Startunterlagen und den mickrigen VPs zusammen genommen ein fürchterliches Preis/ Leistungsverhältnis. SCC weiss halt wie strapazierfähig der Markt ist 😉

Glücklich im Ziel

Das sollte keine Chance haben aber unsere Freude an dem schönen Lauf mit wunderbaren landschaftlichen und kulturellen Eindrücken und dem gemeinschaftlich erreichtem zu trüben. Weimar ist eine tolle Stadt und lädt förmlich dazu ein es und seine Umgebung genauer zu erkunden. Da wir die Kulturauszeiten allesamt ausgelassen haben und durchgelaufen sind haben wir uns auch genug Ziele übrig gelassen.
Sicher werden wir uns gerne wieder hier einfinden wenn es einen schönen Lauf in der Umgebung zu bestreiten gibt.

Au

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