Fremdgesteuerte 21K Lauwersoog-Ulrum

ren en geniet van wat Groningen biedt

So das Motto des traditionellen Halbmarathons von Lauwersoog nach Ulrum in der schönen holländischen Provinz Groningen. Zum 28. Mal schon findet dieser Lauf statt. Die 26. Ausgabe war damals mein Start in die Welt der Laufwettkämpfe. Hier fand mein erster offizieller Halbmarathon statt.
In diesen Tagen verbrachte einige Tage auf der Insel direkt gegenüber – Schiermonnikoog. Hier soll auch die Geschichte des Laufes starten weil die Teilnahme in diesem Jahr wie oben im Titel erwähnt unter besonderen Umständen statt fand.

Spontan sind mein Sohn und ich also bei schönstem Hochsommer Wetter aufgebrochen um ein paar schöne Tage auf Schiermonnikoog zu verbringen.

Tolle Stimmungen bei heißesten Temperaturen

Schiermonnikoog ist eine der Westfriesischen Inseln. Mit 16 mal 4 Kilometern ist sie die kleinste der fünf bewohnten niederländischen Waddeneilanden. Sie zählt 932 Einwohner und wurde 2006 von der Nederlandse Christelijke Radio-Vereniging zum „schönsten Ort der Niederlande“ ernannt. Wunderbar chillen und wandern, die Natur genießen und den tollen fast endlosen Sandstrand hier belaufen zu dürfen ist ein Privileg welches man nicht mit jedem eigenen Schiff erleben kann. Denn der Hafen ist nur bei Hochwasser zu erreichen. Und auch nur dann wenn das Schiff über weniger als 1,10m Tiefgang hat. Schwenkkieler und Plattbodenschiffe sind hier ganz weit vorn !

In den Ferien und zu so tollem Wetter ist es immer sehr voll dort im Hafen. Auch wir fanden ein Plätzchen an 3.er Stelle in einem Päckchen. So heißt dass wenn mehrere Schiffe nebeneinander am Steg liegen. Eines an dem anderen gebunden und meistens auch noch Leinen bis hin zum Steg. Da der Hafen von Schiermonnikoog bei Ostwind und Flut quasi keinen Windschutz hat ist das auch nötig.

Inselvideo

Später am Tag kamen dann noch 2 weitere Boot längsseits so dass wir jeweils 2 Schiffe in Back- bzw. Steuerbord liegen hatten. Da in einem solchen Päckchen immer viel Kommunikation herrscht was das ablegen betrifft, würde es vielversprechende spannende Tage geben. Zumal wir ja am Sonnabend, dem Tag des Laufes, früh los mussten weil ich mich noch nachmelden wollte. Die Tide war perfekt so dass einem auslaufen bis um 9 Uhr nichts im Wege stand. Ca. 90 Minuten bis zum Liegeplatz in Lauwersoog und noch die Fahrt bis nach Ulrum … sollte also alles klappen.
Was allerdings nicht so klappte war der Testlauf am Freitag Morgen – meine Wade hat mal wieder zugemacht und so waren die ersten km eine wahre Qual. Auch die stickige Luft machte nicht gerade Lust auf das Laufen und so bin ich einige Zeit grübelnd gegangen um dann zu beschließen ein spontanes Bad zu nehmen. Am Strand war es morgens um 8 Uhr Menschenleer so dass dieses spontane Bad auch ohne entsprechende Badeklamotten nicht für Aufsehen und Aufreger gesorgt hat. Beim Schwimmen dann eine Idee. Ich selber will gar nicht entscheiden ob ich laufe sondern überlasse es den Umständen. Ob meine Stegnachbarn nun weg wollen oder nicht, ob der Zeitplan ohne eigenes Zutun so rollt oder eben nicht. Da ich den Lauf anders wie in den Jahren zuvor eh alleine im Ziel beenden würde war mir das teilnehmen eigentlich schon egal ..

Hier darf man noch in den Dünen liegen..

Nach dem Frühstück bin ich dann den ganzen Tag gewandert. 6 Stunden alleine über die Insel und am Strand mit einer Getränkepause am Ostdurchgang zum Strand. Mein Sohn hatte sich am Vortag einen fetten Sonnenbrand eingefangen und bevorzugte auf dem Schiff im Schatten zu bleiben.
Den Abend verbrachten wir damit den aus- und einlaufenden Schiffen zuzuschauen und die abenteuerlichsten Manöver zu verfolgen – Hafenkino.
Außerhalb des Hafens am Prickenweg dann große Aufregung. Ein Kimmkieler hat das Fahrwasser verfehlt und sich festgefahren. Jegliche Schleppversuche schlugen trotz Hochwasser fehl. Da in den folgenden Tagen das Hochwasser eher niedriger werden sollte wird der neue Urlaubsort für Ihn wohl noch ein paar Tage Bestand haben.
Ganz zum Schluss der möglichen Einlaufzeit setzte sich dann noch ein grosser Pott eines deutschen Skippers ganz ans Ende des Päckchens vor uns Richtung Hafenausfahrt. Wir hatten uns im Päckchen über den Tag abgestimmt alle am morgigen Tag auszulaufen. Der dicke Pott vor uns machte aber das ganz fast unmöglich und als er sich dann als Kielschiff (keine Ahnung was ihn getrieben hat einzulaufen ) langsam bei fallendem Wasser auf die Seite legte, war das Zeitfenster für den morgigen Tag als sehr vage zu betrachten.

Der Prickenweg bei Ebbe..

Am Morgen dann großes Gewusel und diskutieren im Päckchen… Wie aus der Enge herauskommen. Wir haben uns dann dazu entschieden mit dem Wind und ein paar Leinenmanövern das erste Schiff zu drehen damit es vorwärts durch die Enge kann und wir dann genug Platz haben müssten ohne fremde Hilfe das Schiff zu drehen um dann auch Voraus auslaufen zu können. Dummerweise bildeten sich dunkle Gewitterwolken die auch noch zu beobachten waren. Gewitter auf dem Wasser ist lebensgefährlich.
Die Manöver gingen alle gut von der Hand und so befanden wir uns exakt halb 10 auf dem Prickenweg raus aus dem Hafen Kurs Robbengatsluis. Das Gewitter zog knapp westlich an uns vorbei so dass rechtzeitig zum nachmelden an meinem Stammliegeplatz im Yachthaven Noordergat alle Leinen fest gemacht waren.

LaDigue auf Schiermonnikoog an einem anderen Tag

Das einzige was jetzt noch zu entscheiden war … laufen oder nicht laufen .. denn am Vortag ist die Generalprobe so dermaßen indiskutabel daneben gegangen dass ich unsicher war überhaupt zu starten. Da ja schon das ganze Wochenende immer von der Lage der Dinge gelenkt wurde überließ ich meinen Kontaktlinsen die Entscheidung. Wenn Sie auf Anhieb reingehen wird gelaufen .. gibt es Schwierigkeiten eben nicht. Ging hervorragend und so wurde gemeldet und gestartet. Der Lauf an sich war sehr unspektakulär dieses mal außer das vor dem Start von der Rennleitung angesagt wurde dass es aufgrund der Hitze und der Gewittergefahr jeder gerne gegen Rückerstattung seiner Teilnahmegebühr zurücktreten könnte und wer trotzdem durch den Startbogen läuft ausdrücklich auf eigene Gefahr startet.

Die Strecke – 1:49:50

Da ich in diesem Jahr allein im Ziel sein würde hatte ich mein Auto im Zielort Ulrum abgestellt und den offiziellen Shuttle zurück zum Start am Hafen Lauwersoog genommen. Dort hatte ich dann noch ein paar Minuten um mich auf dem Schiff umzuziehen etc. Gleichzeitig habe ich Matthias zum knipsen verdonnert. Zumindest im Startbereich. Dort wurde ich sogleich vom Sprecher auf das schöne Shört angesprochen. Ich erklärte ganz kurz und dann verabschiedete er mich bei der Passage des Startbogens mit den Worten „Wir sehen uns im Ziel Pummel 😉 !
Wie schon geschrieben der Lauf war nicht spektakulär. Ich habe aber gelernt dass Rückenwind bei diesen Temperaturen die Hölle ist.
Wie immer beste Stimmung bei Läufen in den Niederlanden und eine Top Versorgung.
Im Ziel dann die Überraschung .. Der Sprecher hatte sich offenbar informiert und erzählte lautstark über komische Deutsche.. 60km .. Treppenstufen und Höhenmeter und verrückte Shirts.. zu schön .. später habe ich hatte dann einige Fragen zu beantworten was ich auch sehr gern tat.
Da der Lauf immer an einem Sonnabend ist bleibt danach noch immer genug Zeit um das Wochenende gebührend ausklingen zu lassen.. Das kann man natürlich schön auf einem schaukelndem Schiff.

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