Rund um den Michel über 42K in Hamburg

Aus persönlichem Trotz habe ich mich für diesen Lauf angemeldet. Warum es dann ausgerechnet Hamburg sein sollte lag an einigen Aktivitäten in der Stadt aus dem vorherigen Winter.
Aber das später. Eigentlich habe ich mich immer vehement dagegen gewehrt einen Frühjahrsmarathon auf der Nordhalbkugel anzustreben. Warum? Im Gegensatz zum Herbst hat die Monate vor einem Lauf die Winterkälte auf die Welt hier fest im Griff gehabt und strahlt auch noch aus allen durchgefrorenen Gelegenheiten in die Umgebung. So kann es wie im letzten Jahr in Hamburg durchaus einmal 5 Grad und Hagel geben. Und das eben auf eine noch durchgekühlte Erdoberfläche. Während einem im Herbst Starttemperaturen von 7 Grad nichts ausmachen verhält sich das im Frühjahr doch deutlich anders. Da kann man sonst wie versuchen warm zu werden. Außerdem empfiehlt Toni immer den Hamburg Marathon, wenn man garantiert Mistwetter und Kälte haben will.
Nun gut.. einige schöne Erlebnisse in der Vergangenheit in Hamburg – z.B. ein Lauf durch den Stadtpark, ein Besuch des Planetariums und eines Theaters sowie andere Gelegenheiten haben mir den Eindruck vermittelt dass es durchaus angebracht wäre der Stadt in der ich so viele Jahre lieber raus wie rein gefahren bin noch eine weitere Gelegenheit zu geben sich freundlich zu zeigen.

Wir hatten die Möglichkeit bei einer Freundin die Nacht vor dem Lauf zu verbringen und haben diese gerne genutzt. Da es für mich lediglich ein Sightseeing Lauf werden sollte konnte ich am Vorabend beim Italiener nicht widerstehen ein paar Bierchen und nen Hamburger Kümmel zum Abschluss zu genießen.
Da man in Hamburg die Startnummer als Busfahrkarte nutzen kann haben wir einen strategisch guten Parkplatz gesucht um dann mit der U-Bahn zum CCH zu fahren. Den hatten wir dann auch schnell beim Siemens Hochhaus in der City gefunden. Annett arbeitet dort und daher bot sich das an ..

Vorort angekommen sind uns auch schon die ersten bekannten Gesichter um die Füsse gelaufen. Da ich am Vortag die Unterlagen und Co. für Holger abgeholt hatte warteten wir kurz auf Ihn um die Sachen zu übergeben.
Es war ein sehr angenehmer sonniger Frühlingstag. Ganz im Gegensatz dazu was Toni angedroht hatte. Fast zu warm schon vor dem Start.
Auf dem Weg dahin durch die Messehallen trafen wir dann auf Dana. Da Annett auf Zeit laufen wollte bin ich schnell einig mit Dana gewesen einen eher gemütliche Lauf zu versuchen.

#immerlockerbleibenabernielockerlassen

Die Meute ging gut gelaunt über die Startlinie .. Annett war bald außer Sicht und Dana und ich folgten entspannt dem Rudel. An den Messehallen Richtung St.Pauli über die Reeperbahn Richtung Altona führte uns die Strecke zunächst in den Westen Hamburgs. In Othmarschen war denn der ersten Wendepunkt und es ging auf der Elbchaussee an der Elbe entlang an gediegenen Häusern und Parkähnlichen Anlagen. Bekanntermaßen geht es Richtung Landungsbrücken immer stetig bergab so dass man es da schon mal nett laufen lassen kann. Von weitem ist hier auch schön der Michel zu sehen sowie die Elbphilharmonie. Weiter durch die Speicherstadt erreicht man auch bald die Binnenalster an der man auf dem Jungfernstieg entlang flanieren kann wenn man nicht gerade Marathon läuft. Auf der Binnen und Außenalster war bei diesem Wetter natürlich ordentlich was los. Segler und andere Wassersportler genossen das sommerliche Wetter. Die Stimmung in der Stadt ist einfach grandios. Es sind viele Hamburger auf den Straßen und weniger Touristen wie z.B. in Berlin.

Elbchaussee mit Dana

Auf dem Weg Richtung Stadtpark betreibt direkt neben der Strecke meine Cousine Nina das Café Quiddje ( Das ist das Wort womit Hamburger die zugezogenen Bürger beschreiben die keine Hamburger Wurzeln haben) dort war denn auch ein Verpflegungspunkt an dem man sich kurz winken konnte.
Dana und ich hatten bis km 21 eine sehr ordentliche Pace. Sie musste dann allerdings mal für kleine Hamburgerinnen und ich setzte meine Reise nach kurzer Abstimmung alleine fort.
Wieder gab es auf der Strecke sehr viele „schöne Shörts“ zu sehen und die Resonanz darauf war entsprechend gewaltig. Kaum ein Kilometer mit Lob oder Anfeuerung für das Ringeltauben outfit. Selbst die Sprecher an der Strecke haben sich eingeschossen und immer wieder betont dass dort wieder einer der „Verrückten“ Pummelanten unterwegs ist.

ca. 30K

Durch die City Nord, Alsterdorf, Groß Borstel und Eppendorf zu laufen ist jetzt nicht so die spannendste aller Laufstrecken die ich kenne aber man weiß ja es geht zurück in die City und damit Richtung Ziel.
Kurz vorm Ziel kam von einem Sprecher dann der Hinweis „nur noch da hoch und dann seit ihr da !“ Nur noch da hoch ?? So schlimm war es dann nicht und damit ging für mich mein Hamburg Marathon mit einer für mich guten Zeit zu Ende. Meinen Frieden habe ich mit der Stadt an diesem Tag auch gemacht. Hamburg präsentierte sich freundlich, fröhlich, sonnig und alles zusammen genommen von seiner schönsten Seite. Ich bin sehr froh darüber dass ich jetzt einen anderen Eindruck von dem Zweithafen von Lübeck habe. Wenngleich ich niemals Sympathie für die Kicker aus Hamburg Nord haben werde. Aus meiner Sicht gibt es nur einen Profi Fussball Verein in Hamburg – den FC St. Pauli – Championsleague Sieger Besieger ..

Zieleinlauf

Einige Zeit später traf ich dann auch wieder auf Dana und noch später auf Annett. Sie waren beide zufrieden mit Ihrem Lauf und somit konnten wir entspannt die Heimreise antreten.

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