shabbat shalom – 42K Tel Aviv

Tel Aviv – die Stadt der 1000 Gerüche die niemals schläft…
Eine Kundin schwärmt mir schon seit Jahren von „Ihrer“ Stadt vor und da ich in diesem Jahr stärker wie in allen Jahren zuvor den Winterblues gespürt habe war es keine lange Überlegung als mir der hiesige Marathon bei der Suche nach Sonne im Februar über den Weg lief.
Als ich Bianca von dieser Idee erzählte war sie zunächst skeptisch aber ein paar Wochen später war die kleine Reisegruppe dann perfekt.
Hier in Tel Aviv angekommen überzeugte die Stadt dann bereits am ersten Abend mit dem Ihr vorausgeeilten Ruf. Diese Stadt schläft nie und den Gerüchen allerortens folgte eine Geschmacksexplosion in einem kleinen gemütlichen Restaurant.
Die Tage darauf gab es Sonne, Wärme, tolle Eindrücke von dieser Stadt, gemütliche Zeiten in Strandbars und Cafés sowie die abendlichen immer wieder verblüffenden Geschmäcker in kleinen oder auch grösseren Restaurants.
Um die Hürde Marathon bzw, Halbmarathon für Bianca zu nehmen mussten einige Vorbereitungen getroffen werden da die Startzeit für Sie um 6:15 und um 07:00 für mich doch recht anspruchsvoll war.
So war schnell klar dass eine Anreise mit den Rad am sinnvollsten war. Hier kann man Räder spontan an der Strasse von Mobike mieten. Wenn irgendwo eines herumsteht kann man es mit einer App entsperren und los gehts … wenn es Internet gibt .. nicht so einfach mit einem deutschen Mobilfunkanbieter 😉 Nach 2 Tagen allerdings war die Sache Routine und es ging gut gelaunt morgens um 5 mit dem Rad an der Mittelmeerküstenpromenade und am Ufer des Yarkon zum Start der 40000 Läufer starken Veranstaltung. Auf dem Weg dahin überfuhr ich dummerweise die 38km Kontrollmatte die auch fröhlich mit einem Pieps meine Gegenwart bzw die meines Zeitchips quittierte.. später dazu mehr.
Zum Glück hatten wir Geld bzw. Kreditkarten dabei den ohne hätten wir keinen Platz für die Kleiderbeutelabgabe kaufen können. Mir gelang es tatsächlich nur nach einem Wort / Augenzwinkern Gefecht mit der Startbeutelabgabeplatzgeneralin 😉 noch einen der angeblich ausverkauften Armringe mit Platznummer für die Habseligkeiten zu ergattern.
Pünktlich um 7 erfolgte dann das Startgeheul des Predigers vor Ort um die 2300 Marathonis auf die Strecke zu schicken.
Durch öde Wohngegegenden und am Militärflugplatz vorbei versuchte ich meine Pace Ballon einzuholen den ich beim Start aus den Augen verloren hatte. In Höhe des imposanten Gaskraftwerkes hatte ich dann den weissen Garmin Ballon mit dem kleinen nett aussehenden Läufer darunter erreicht dessen weisses Shirt mit der Aufschrift 03:45 aufzeigte dass ich richtig bin. Denn nachdem letzten Sonntag der „Opa Claudio 40 Jahre und noch ein Tor“ spontan Marathon docj irgendwie in meinem Kopf steckte hatte ich gehofft möglichst lange dem Pacer folgen zu können um dann irgendwie erhobenen Hauptes das Ziel zu erreichen.
Weiter führte die Strecke an der Promenade vorbei .. durch das alte Yaffa sowie durch die City von Tel Aviv. Das ganze gestaltete sich deutlich hügeliger aber auch einsamer als erwartet. Hier und da ein bisschen Musik und ein paar Schülergruppen die es eifrig abzuklatschen galt waren die Highlights. Die Versorgung der Läufer war sehr gut wenngleich Ökologisch bedenklich. Es gab an jedem Wasserpunkt eine volle 0.33 Liter Plastikflasche die zumindest auf den ersten 2/3 der Strecke zu 90% gefüllt an den Streckenrand geworfen wurde.
Nachdem ich so 10-12 km dem Pacer hinterher gelaufen bin spürte ich dass es heute einen Versuch Wert ist ab km 35 noch ein wenig anzuziehen und zu gucken ob noch was geht.
Bei km 25 verlor der Pacer aber den Ballon und es wurde schnell klar dass mir die Geduld fehlt die nötige Aufmerksamkeit aufzubringen dem kleinen Pacer immer wieder in der Menge der Leute zu finden. Meist lief ich nämlich leicht versetzt vor Ihm um freie Sicht und Platz für die Füsse zu haben. Trotzdem konnte ich den Ballon aus dem Augenwinkel sehen aber eben nicht den Ballonträger. So gab ich meiner Vernunft das Signal den weiteren Verlauf in das Wohlfühlpacegefühl zu übergeben und es einfach laufen zu lassen. Die Strecke lief dann irgendwann parallell zur 10 bzw später 5km Strecke .. das war komisch weil die Massen dort einfach viel langsamer waren und auf der Marathonstrecke quasi keine gleich oder gar schnelleren Läufer mehr dabei waren. So lief ich von Läufer zu Läufer und konnten dann auf der Brücke über den Yarkon beobachten wie sich die 5 und 10 km Läufer RIichtung Ziel schlängelten..
Freundlicherweise hatten sich die Veranstalter für die Marathonis noch ein paar Schlenker durch den Ganei Yehoshua Park HaYarkon überlegt.. Psychologisch eine echt nette Geste 😉 Nun ja .. Marathon ist Marathon und im rein für die Marathonis errichteten Zielbereich ( für die Halben und die kürzeren Läufe gab es einen separaten Bereich ) war das schnell vergessen.
Alles in allem eine gelungene Veranstaltung in einer freundlichen entspannten Stadt. Das Klima um diese Zeit und die kulinarischen Erlebnisse sowie soviel was noch nicht erkundet worden ist wird sicher in meiner nächsten Saisonplanung ein grosses Argument sein zu überlegen nochmal hierher zu kommen.
Allen die noch nicht hier waren kann ich es nur wärmstens und lecker empfehlen.. allerdings sollte ein bisschen was in der Kriegskasse sein damit man hier nicht soviel nachdenken muss 😉
Nachtrag:
Nun zur Überfahrt der Kontrollmatte auf der Hinfahrt. Merkwürdigerweise wird mir in den offiziellen Messungen in dem Abschnitt 38-40 Km eine 2 Minuten schlechtere Pace ausgewiesen so dass meine offizielle Zeit etwa 4 Minuten schlechter ist wie die auf meiner Uhr … vermutlich eine Zeitstrafe.. nur der Vollständigkeit halber… und ..
ich habe hier die ganze Zeit tatsächlich nur eine Flasche Bier getrunken …
Frisch gezapftes Bier und Wein schmecken einfach besser 😉
Wir sehen uns da wo wir uns wohlfühlen ! Bis demnächst !

Und hier das Lied zum Lauf .. wie vor einer Woche in Bremen

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